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Perseidenschauer: Wo sind nur die Sternschnuppen geblieben? (Perseidenschauer: Wo sind nur die Sternschnuppen geblieben?)

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Perseidenschauer: Wo sind nur die Sternschnuppen geblieben?

In den Sommernächten vom 7. bis 13. August werden in Österreich wieder die Perseiden über das Firmament sirren und die Menschen verzaubern. Der bereits von den alten Griechen gelobte Meteorstrom, der jedes Jahr in die Nähe der Erdumlaufbahn kommt, bietet Astronomie-LiebhaberInnen die Gelegenheit, zahlreiche Sternschnuppen zu beobachten. Erfolgsversprechend ist dies allerdings nur an Orten, an denen der Nachthimmel nicht zu stark lichtverschmutzt ist – und diese werden immer seltener.

Sternspektakel bei Moena, Italien. Foto: Benjamin Voroszoom
Sternspektakel bei Moena, Italien. Foto: Benjamin Voros

Zunehmenden Lichtverschmutzung in Österreich

Der Umweltdachverband warnt vor der zunehmenden Lichtverschmutzung in Österreich, da sie mit großer Wahrscheinlichkeit deutliche Folgen für Ökosysteme und Biodiversität hat.„Die Zerstörung des Tag-Nacht-Rhythmus durch zu viel künstliches Nachtlicht ist dramatischer als auf den ersten Blick ersichtlich. Das Zuviel an künstlichem Licht bedroht zunehmend nachtaktive Tiere, wie Insekten, Vögel, Amphibien, Reptilien, Fledermäuse und andere Säugetiere, die bei ihrer Futtersuche oder der Fortpflanzung gestört werden. Die Folge ist ein weiterer Verlust der Artenvielfalt und somit ein ökologisches Problem“, sagt Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes.

Nachtoasen erhalten

Die Verschmutzung der Dunkelheit hat allerdings nicht nur große Auswirkungen auf die nächtliche Flora und Fauna, sondern beeinflusst auch den Menschen: Zu viel nächtliches Kunstlicht stört den Biorhythmus und kann Gesundheits-, Schlafstörungen und Depressionen nach sich ziehen. Lichtverschmutzung zieht darüber hinaus noch weitere Implikationen in puncto Energieverschwendung, Klimaschutz und Stadtplanung mit sich und wird in unserem Jahrhundert zu einem wichtigen Querschnittsthema. Mit der Lichtverschmutzung geht somit nicht nur der Zauber des Nachthimmels verloren, sondern tauchen auch mannigfache Probleme auf. 

"Um diesem Problemen weiter auf den Grund zu gehen und mit dem Ziel, Nachtoasen zu erhalten, haben das Naturhistorische Museum Wien, der Verein Kuffner-Sternwarte, das E.C.O. Institut für Ökologie und der Umweltdachverband das Projekt „Lebensraum Naturnacht“ gestartet. Im Rahmen des von Bund und EU geförderten LE-Projekts werden u. a. die Aufhellung des Nachthimmels vermessen, die Lichtquellen mit den größten Beiträgen zur Lichtverschmutzung identifiziert sowie neue naturpädagogische Angebote zur Wahrnehmung der Nachtnatur entwickelt und Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung konzipiert“, so Pfiffinger.

5 Wanderungen zu "dunklen Orten"

Wo kann man sie dann noch bestaunen, die Wunderwelt der Sterne? Generell empfehlen sich natürlich Orte fernab großer Städte und Ortschaften, die zudem "weit oben" sind. 5 Tipps für Orte mit geringer Lichtverschmutzung.

1. Großmugl/Weinviertel

Die kleine Gemeinde Großmugl im Weinviertel rühmt sich mit einem besonders dunklen Nachthimmel. Über dem Leeberg, einem Hügel aus der Hallstattzeit, lässt sich der Nachthimmel weitgehend ungetrübt beobachten. Obwohl Wien nur 35 Kilometer Luftlinie entfernt ist, herrscht hier kaum Lichtverschmutzung – die hügelige Landschaft dazwischen bildet eine natürliche Barriere

2. Emberger Alm/Kärnten

Sattleggers Alpenhof auf der Emberger Alm betreibt seit 1990 eine eigene Feriensternwarte und bietet zweimal wöchentlich Sternführungen. Hier findet im Herbst jährlich das Internationale Teleskoptreffen (ITT) statt, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kommen die Höhenlage von fast 1.800 Metern und das völlige Fehlen von Fremdlicht entgegen.

3. Atacamawüste/Chile

Die hochgelegene Atacamawüste in Chile gilt als besonders magischer Ort, um Sterne zu beobachten. Wahrscheinlich etwas zu weit weg für einen kurzfristigen Wochenendausflug, aber dennoch erwähnt.

4. Obernberg/Tirol

Ganz hinten am Talschluss gelegen, bietet der Obernberger See einen genialen Platz für Sternengucker.

5. Lungau/Salzburg

Hohe Berge und nur kleine Städte: Der Lungau ein besonders sternenklares Gebiet. Eine gute Ausgangsbasis ist die Franz-Fischer-Hütte, von Tamsweg bis St. Andrä gibt es sogar einen Planetenlehrpfad.

Lichtverschmutzung: Helle Not

Die Erfindung des elektrischen Lichts befreite die Menschen von der Dunkelheit. Doch seither wird es auf der Erde immer heller, sodass der Sternenhimmel an vielen Orten nicht mehr sichtbar ist. Die zunehmende Außenbeleuchtung auf Straßen, an Gebäuden und Bergstationen sowie die scheinbar unbegrenzte Verfügbarkeit von Licht verändern nicht nur den Tag-Nacht-Rhythmus der Menschen, sondern haben auch Einfluss auf die Lebensbedingungen vieler Tier- und Pflanzenarten.