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Historische Alpenvereinskarte erweckt alpine Landschaft von 1930 zu neuem Leben (04.10.2021 - Historische Alpenvereinskarte)

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Historische Alpenvereinskarte erweckt alpine Landschaft von 1930 zu neuem Leben

[04.10.2021] Sie ist bereits hochbetagt, die erste Alpenvereinskarte der Zillertaler Alpen West aus 1930. Jetzt liegt sie dem Alpenvereinsjahrbuch „BERG 2022“ bei, allerdings in überarbeiteter Form: Sie zeigt die damaligen Gletscherstände in exaktem Vergleich zu den heutigen, und damit ihren drastischen Rückgang auf. Darüber hinaus schlägt die Karte eine Brücke zu den technischen Errungenschaften in der Kartografie in den vergangenen Jahren. Erhältlich ist sie für Alpenvereinsmitglieder, die sich ihr Jahrbuch direkt bei ihrer Alpenvereins-Sektion holen.

Alpenvereinskarte Zillertaler Alpen West. (Foto: Fred Einkemmer)zoom

Seit 150 Jahren zählen die Alpenvereinskarten zu den besten und bekanntesten Kartenwerken für das Hochgebirge. Traditionell wird jährlich eine ausgewählte Karte dem Alpenvereins-Jahrbuch beigelegt, die von den Abteilungen für Kartografie des Österreichischen und des Deutschen Alpenvereins erstellt wird. Die aktuell beigelegte Karte ist etwas ganz Besonderes: Sie basiert auf einer historischen Erstausgabe und ist damit ein einzigartiges Zeitdokument. Sie zeigt den Gletscherstand in den westlichen Zillertaler Alpen um ca. 1930 im Maßstab 1:25.000. 

Auf Basis moderner Orthofotos und digitaler Geländemodelle wurden die aktuellen Gletscherstände erfasst und graphisch der historischen Karte überlagert. Dies zeigt eindrucksvoll die Veränderung der Eismassen in den letzten Dekaden. Die überarbeitete Karte beinhaltet aktuelle Gletscherstände nach Luftbildern in Österreich von 2018 und in Italien von 2017. Ansonsten beinhaltet die Karte mit der Grundlage von 1930 keinerlei Änderungen.

Kartografie im Wandel 

„Diese historische Karte ist ein exemplarischer Abschluss der rasterbasierten Kartografie. Wir befinden uns mitten im Umbruch hin zur modernen, geodatenbasierten Kartografie“, erläutert Werner Beer von der Abteilung Hütten, Wege und Kartographie des Österreichischen Alpenvereins. „Neun Jahre lang arbeitete man im Gelände, am Stereograph und Schreibtisch, um das gesamte Werk Zillertaler Alpen 1930 mit drei Karten zu Papier zu bringen. Früher arbeiteten die Kartografen nach der aufwändigen Geländeauswertung mit feinster Handgravur – zunächst auf Steinplatten, später auf Kunststofffolien“, unterstreicht Beer den immensen Aufwand, der damals für ein Kartenblatt notwendig war. 

Auch heute noch steckt hinter jeder qualitativen Karte ein hoher Arbeitsaufwand, wenngleich moderne Datengrundlagen und Softwareprodukte vieles erleichtern. Die Informationsdichte einer topographischen Karte und die dafür notwendigen Arbeitsschritte erschließen sich allerdings meist nur jenen Personen, die auch über eine entsprechende Kartenlesekompetenz verfügen. 

Um auch in Zukunft möglichst detaillierte und hochwertige Karten herstellen zu können – allerdings auf Basis geometrisch exakter und aktueller Geodaten – arbeitet die Kartographie des Österreichischen Alpenvereins an einer neuartigen Herstellungsmethodik, welche mit der Karte Karnischer Hauptkamm bereits erfolgreich getestet wurde. Zentraler Bestandteil hierbei ist die Schaffung einer flächendeckenden Datengrundlage, die neben der Kartenherstellung auch allen anderen räumlichen Themen und Fragestellungen im Alpenverein als Basis dienen soll. Somit wandelt sich auch das Aufgabengebiet der Kartographie-Abteilung von der reinen Kartenherstellung hin zu einer zentralen Geodatenservicestelle für alle Vereinsthemen.

Gletscherschwund schwarz auf weiß

Die Alpenvereinskarten bilden mit dem Alpenraum eine vom Klimawandel besonders betroffene Region ab. Seit den 2020er-Jahren sind in den Ostalpen kaum mehr Gletscher mit positiver Massebilanz vorhanden. Die Neuversion der historischen Alpenvereinskarte aus dem Jahr 1930 zeigt diese drastische Entwicklung in aller Deutlichkeit. In den Zillertaler Alpen haben sich die Gletscherzungen in den vergangenen Jahren durchschnittlich um 30 bis 50 Meter pro Jahr zurückgezogen. Rekordhalter in den Ostalpen ist das Hornkees in den Zillertaler Alpen mit einer Rückzugslänge von 104 Metern in nur einem Sommer. 

Infos zum Buch

Im neuen Alpenvereinsjahrbuch „BERG 2022“ geht es hoch hinauf: Bis zum höchsten Arbeitsgebiet des Alpenvereins, dem 3.905 Meter hohen Ortler, mit dem sich einige Beiträge beschäftigen. Die Rubrik BergFokus zielt wiederum auf das große Versprechen des Bergsteigens: Die Freiheit. Außerdem liefert Schriftsteller Erich Hackl ein spannendes Porträt über den Bergsteiger Reinhold Duschka, der im Zweiten Weltkrieg in Wien zwei jüdische Frauen vor der Ermordung rettete, während Joachim Schindler die bewegte Geschichte der beiden ballonfahrenden Alpinistinnen Margarete und Elsbeth Große beschreibt. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit aufgelassenen Skigebieten, der Bergführerlegende Johann Pinggera und den bekannten Alpinmalern Gustav Jahn und Otto Barth. Für Alpenvereinsmitglieder, die sich ihr Jahrbuch direkt bei ihrer Alpenvereins-Sektion holen, gibt es die historische Alpenvereinskarte „Zillertaler Alpen West“ von 1930 kostenlos dazu.

1870 erschien der erste Jahrgang des Alpenvereinsjahrbuches – heute von den Alpenvereinen in Österreich, Deutschland und Südtirol gemeinsam herausgegeben. Seit mehr als 140 Jahren dokumentiert es nun Alpingeschichte, Trends und Herausforderungen alpinistischer Themen. Es ist damit zum Standardwerk für all jene geworden, deren Herz für die Alpen schlägt. Für die redaktionelle Gestaltung zeichnet Axel Klemmer für den Tyrolia-Verlag verantwortlich.

Pressebilder

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Berlinerhütte mit Waxeckkees; 04.09.2021 (Foto: Friedrich)zoom
Berlinerhütte mit Waxeckkees; 04.09.2021 (Foto: Friedrich)
Berliner Hütte mit Waxeckkees um 1927. (Foto: ÖAV-Museum-Archiv)zoom
Berliner Hütte mit Waxeckkees um 1927. (Foto: ÖAV-Museum-Archiv)
 
Cover Alpenvereinskarte Zillertaler Alpen West. (Foto: Fred Einkemmer)zoom
Cover Alpenvereinskarte Zillertaler Alpen West. (Foto: Fred Einkemmer)
Alpenvereinskarte Zillertaler Alpen West. (Foto: Fred Einkemmer)zoom
Alpenvereinskarte Zillertaler Alpen West. (Foto: Fred Einkemmer)
Alpenvereinskarte Zillertaler Alpen - Detail. (Foto: Fred Einkemmer)zoom
Alpenvereinskarte Zillertaler Alpen - Detail. (Foto: Fred Einkemmer)
 
 
 
 
 

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